Aktuelles
10.06.2009
Männer und Engagement
Podiumsdiskussion im Körberforum Hamburg
Zu einer Diskussion über Männer und Engagement hatte die Körber-Stiftung Hamburg am 10. Juni eingeladen. Alexander Thamm, Projektleiter des Transatlantischen Ideenwettbewerbs USable der Stiftung: „Unser Preisträger Big Brothers Big Sisters Deutschland hat uns darauf gebracht. Bei dem Mentorenprojekt gibt es viele Jungen, die Mentoren brauchen, aber nicht genügend Männer, die sich zur Verfügung stellen.“ Väterexperte Volker Baisch, Freiwilligenzentrum-Leiterin Gabriele Glandorf-Strotmann und DFB-Direktor Willi Hink diskutierten auf dem Podium über neue Rollen, Engagement im Herzen und eine Danke-Kultur.Glandorf-Strotmann sieht eine Renaissance für die Rolle als Mentor, Pate oder Coach: „Vor zehn Jahren haben wir Menschen über Tätigkeiten gefunden, jetzt finden wir sie über Rollen, die sie ausfüllen können.“ Gerade Ältere seien interessiert daran, etwas für die Jugend zu tun. „Denn man fragt sich ja, was mache ich mit der Zeit, die mir noch bleibt. Auf der Suche nach etwas Sinnvollem finde ich auch soziale Tätigkeiten. Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, sagte die Leiterin des Freiwilligen Zentrums Hamburg und nannte als Beispiel Big Brothers Big Sisters – die Mentoren für Kinder und Jugendliche würden sehr sorgfältig ausgesucht.
Ob es denn eine gesellschaftliche Akzeptanz auch für neue Rollen gebe, fragte Karin Haist, Leiterin des Bereichs Gesellschaft in der Körber-Stiftung. „Nein!“, antwortete Volker Baisch. „Arbeitgeber akzeptieren es eher, wenn ein Mann das Auto zum TÜV bringt, als wenn er seine Tochter zum Turnen fährt.“
Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, der das ehrenamtliche Engagement vor allem der Generation 50+ unterstützt, forderte insgesamt mehr öffentliche Unterstützung. Mit einer Ehrenamtskarte, mit der freiwillig Engagierte zum Beispiel Bus und Bahn fahren könnten, wäre viel erreicht.
Gelegenheit zum Gespräch mit Tina Klapproth, Leiterin des neuen BBBSD-Regionalbüros Hamburg, gab es anschließend im Foyer. Eine Zusammenfassung der Diskussion lesen Sie hier.